Ausgabe Nr. 15

27 Mär

Soeben ist die 15. Ausgabe erschienen. So lieblos wie noch nie produziert und von vorne bis hinten voll mit Werbung!

Erhältlich im Shop der Komischen Künste im MuseumsQuartier – oder online bei uns bestellen.

Ein leichtes Kribbeln in den Hoden

12 Mär

Im siebten Teil unserer allseits beliebten Interviewreihe „Gespräche am Kamin“ plaudern wir mit Didor Ech, Autor des Buches „Ich hab nen Hoden in Berlin“, das mittlerweile als DAS Standardwerk der Hodenliteratur gilt. Wir versuchen mit diesem Interview den Stellenwert der Hodenliteratur wieder aufzuwerten. In den letzten Jahrzenten wurde sie nicht nur sträflich vernachlässigt, sondern auch immer mehr in die Ecke der Pornographie gedrängt. Damit muss jetzt Schluss sein. Es wird wieder eine goldene Ära der Hodenliteratur geben, so wie früher. Es ist eine Tatsache das im ersten überlieferten Text der Menschheit, dem Gilgamesch Epos, das Wort Hoden genau 574 mal vorkommt. Infolgedessen hat ein Hodenimperium über die gesamte damalige bekannte Welt geherrscht. So soll es wieder sein. Und Didor Ech wird wohl glorreich voranschreiten und den Hoden zum Sonntag verkünden.

BANANENBLATT: Haben Sie jetzt vor dem Interview auch so ein leichtes Kribbeln in den Hoden?
DIDOR ECH schüttelt den Kopf.
Nicht? Überhaupt nicht? Okay. – Ist Linz eigentlich ein hartes Pflaster für einen eingefleischten Hodenfan? Oder sind die da sehr liberal?
Also Fan ist ja die Abkürzung für Fanatiker, und ich bin weit weg von einem Fanatiker, von einem Hodenfanatiker zumal. Linz ein hartes Pflaster? (überlegt) Ich hab’s nicht ausprobiert, ich kann’s nicht sagen.
Achso, ich hab gedacht, Sie wohnen in Linz?
Jaja, eh. Ich hab’s nur noch nicht ausprobiert.
Hat Sie Ihre Mama wirklich zum Psychologen geschickt, als sie die ersten Hodengedichte bei Ihnen gefunden hat?
Das steht im Buch drinnen?
Das steht im Buch drinnen, was ich mich so erinnern kann.
Jaja, also das ist tatsächlich so gewesen. Ob’s jetzt wirklich mit dem Hoden… ja ich nehm’s schon an, das ist lustig… Ich hab mich jetzt natürlich auf das Gespräch vorbereitet, aber diese Passage hab ich nicht gelesen, aber die werd ich dann schon lesen. Aber ja, das stimmt schon, mit 17 glaub ich, da hab ich eine Stunde bei einer Psychologin verbracht, die aber nach dieser Stunde festgestellt hat, dass ich landläufig ein normaler Mensch bin.
Das glaub ich. Als alter Hodenliebhaber haben Sie menschlichen Kontakt wahrscheinlich zur Gänze eingestellt und unternehmen nur noch etwas mit Wanderhoden, stimmt das?
Nein, das stimmt gar nicht. Ich kann auch mit Wanderhoden gar nichts anfangen und bei der heutigen Heimreise beginne ich darüber nachzudenken, warum ich das damals verzapft habe. Das muss ja irgendeinen tiefenpsychologischen Grund haben, ich kann es wirklich nicht, noch nicht, beantworten.
Was für Ursachen hatte Ihrer Meinung nach evolutionär gesehen der Hodenabstieg, also die Verlagerung vom Körperinneren nach außen? War es wirklich der Schutz der Spermien vor zu hoher Temperatur, hatte es ästhetische Gründe oder war es doch etwas ganz anderes?
Muss ich leider enttäuschen, ich war gerade in Naturgeschichte damals in der Schule so schlecht und hab da meinen ersten und einzigen Fünfer gekriegt, also ich kann’s nicht sagen, ich weiß es nicht.
Ein Freund von mir hat seine Hoden im 1. Skrotumkrieg (Anm. der Redaktion: Krieg zwischen Leuten die wollen dass der Hoden wieder ins Körperinnere kommt und Anhängern des Status quo) verloren, danach hat er sich zwei Straußeneier als Ersatz einnähen lassen. Die Eier bewegen sich in letzter Zeit immer mehr, also er glaubt der Arzt hat ihn belogen und die Eier waren gar nicht leer und die werden wohl bald schlüpfen, so wie sich das anfühlt, sagt er. Kennen Sie vielleicht irgendeinen Hodenspezialisten, der gleichzeitig Tierarzt ist und der ihm beim Schlüpfen der Küken helfen kann?
Nein, kenn ich absolut nicht. Was ich aber feststelle, ist, dass ihre Fragen hervorragend sind im Vergleich zu meinen schwachen Antworten.
Stimmt es, dass Ihre Liebe zu Hoden so weit geht, dass Sie sich Ihren Penis entfernen ließen und sich stattdessen an dieser Stelle einen weiteren Hodensack annähen haben lassen?
Nein, das stimmt nicht, leiten Sie das aus dem Gedicht „Hoden in Berlin“ ab?
Nein, das erzählt man sich so auf der Straße, in der Hodenszene. In der Szene der Hodenliteratur wird auch gemunkelt, dass Sie gar keine Hoden haben – würden Sie so wie Frank Stronach seine Steuererklärung, Ihre Hoden offenlegen als Beweis? Aber bitte nicht hier und jetzt, wir sind nämlich keine Notare und könnten das sowieso nicht beglaubigen.
(Unverständlicher Kauderwelsch, weicht der Frage aus.)
Zum Schluss noch eine Frage: Haben Sie ein persönliches Lieblingswort für „Hoden“?
Nein, das Wort Hoden hat ja durchaus auch etwas leicht Poetisches.
Vielen Dank!
Ich danke Ihnen!

Interview: Thomas Salamon

Ökokondome der Grünen reißen

24 Sep

Klimaneutrale Kondome, die dem Grünen-Magazin „Eva“ beilagen, sind unsicher. Tausende Mädchen geben an schwanger zu sein, nachdem sie die Kondome verwendet hatten. Eva Glawischnig hat bereits eine passende Lösung.

Eigentlich wollten die Grünen mit dem Magazin „Eva“ Jungwähler für sich gewinnen. Jetzt sorgt die Partei der Nachhaltigkeit unvorhergesehen für Wählernachwuchs. Denn Ökokondome, die dem Heft „Eva“ beigelegt wurden, erweisen sich als wenig reißfest. Tausende betroffene Mädchen meldeten sich in der Grünen-Parteizentrale.

„Ich wollte nur sicheren und umweltfreundlichen Sex“, berichtet eine anonyme Betroffene dem BANANENBLATT. „Als ich das aufgerissene Kondom gesehen habe, war das der Schock meines Lebens. Jetzt bin ich schon ein paar Tage überfällig.“

Die politischen Gegner der Grünen greifen das Präservativ-Malheur dankbar auf. „Das ist der Tropfen, der das Fass endgültig zum Überlaufen bringt“, so ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch. „Ich hoffe, dass Glawischnigs Moralkampagne jetzt zum Ende kommt!“

Auch Vertreter der FPÖ kritisieren die Ökokondome der Grünen. „Tausende Mädchen schwanger, die FPÖ stellt das an den Pranger“, reimte Herbert Kickl spontan am Telefon. „Ich versteh gar nicht, warum die überhaupt Kondome verwenden“, empörte sich Barbara Rosenkranz.

Grünen-Chefin Eva Glawischnig zeigte sich ob der ganzen Aufregung verwundert. „Natürlich war das keine Absicht, aber wir Grünen fordern ja eh schon seit Jahren Abtreibung auf Krankenschein.“

Ob der Skandal den Grünen kurz vor der Wahl schadet? Glawischnig wollte im Gespräch mit dem BANANENBLATT keine Voraussagen machen. „Ich hab meine Kristallkugel ja nicht dabei.“

(Textbeitrag von DerSatyr.at)

Nr. 13 lebt!

3 Sep

Am 9. September erscheint die neue Ausgabe, die sich anlässlich der Nationalratswahl dem Thema POLITIK (Gähn!) und anlässlich der kommenden Buchmesse-Saison der LITERATUR (Doppel-Gähn!) widmet.

Erhältlich im Shop der Komischen Künste im MuseumsQuartier – oder direkt bei uns bestellen.

Catcher im Roggen

17 Jul

Es war einmal ein kleinwüchsiger Bäckermeister namens Eduard. Eduard hatte wallendes schwarzes Brusthaar, einen dicken Schnauzbart und stets eine Goldkette um den Hals. Frühmorgens trottete Eduard in seine Backstube und flocht Mohnflessen, formte Brotlaibe, buk allerhand Handgebäck und Torten. In seinem Verkaufsraum standen auch einige Tische, an denen man das Backgut verspeisen und Kaffee trinken konnte. Heimlich dachte Eduard deshalb darüber nach, seine Bäckerei Segafr-Edi zu nennen, doch die düstere Ausweglosigkeit des Daseins vertrieb allmählich seinen Elan und Tatendrang. Ringsum öffnete eine Bäckereikette nach der anderen, in scheinbar edler Ausstattung mit einem Backautomat, der die von Maschinen gefertigten Tiefkühlteiglinge zur frischen Waren transformierte.
Die Stammkundschaft starb ihm bald weg und die jugendlichen Taugenichtse bevorzugten ihre Moneten zu den neuen Mitbewerbern zu tragen, weil Neugierde und Trend und Style und so. Also schlürften sie ihre Latten und fraßen Tassentorten, während Eduard im leeren Geschäft stand und immer weniger buk. „Felber schuld!“, sagten die Jungen, wenn er ihnen ihr Leid klagte. „Aber ich will doch nicht am Ströckzipfel hängen“, erwiderte Eduard. „Mann kann es machen, wie man will“, erwiderten die Jungen, „aber bevor du untergehst, denk an den Anker!“
Die innere Leere und die seiner Bäckerei generierten allmählich den schaurigen Gedanken, den Beruf aufzugeben und tatsächlich zu verkaufen. Depressionen begannen ihn zu quälen, sein Hausarzt verschrieb ihm ein Thermenwochenende, weil er einen Vertrag mit einem Thermenhotel hatte, doch Eduard wehrte ab. Seine Atemleistung wurde zunehmend schlechter, bis der Hausarzt ein Wochenende am Meer verschrieb, weil er einen Vertrag mit einem Hotel am Meer hatte. Der Lungenfacharzt diagnostizierte eine Mehllunge. Es war schon so weit, dass Eduard seine Brotwecken mit Husten bestauben konnte. Für den Keksteig brauchte er nur mehr Eier, Zucker, Butter und tief auszuatmen. „Das war es dann wohl“, sprach Eduard zu sich und schloss die Tür seiner Bäckerei ab. Gebückt mit hängenden Schultern kroch er jämmerlich die Straße entlang.
Plötzlich hörte er Schreie, Stöhnen und einen lauten Knall. „Ziag eam die Gogerln lang, dem Oasch!“, quäkte ein altes Mütterchen. Eduard blieb stehen und schaute durch das Kellerfenster. In dem schummrigen Stüberl stand ein Ring, in dem zwei korpulente Männer mit massiver Muskelmasse miteinander rangen, sich abwechselnd in den Schwitzkasten nahmen und von den vereinzelt herumstehenden Zusehern angeschrien wurden. Eduard konnte seine Blicke nicht abwenden, bis der Finisher vollzogen wurde. Nachdenklich ging er heim, um in der Zeit zwischen Urlaub, Geschäftsverkauf und dem Warten auf die Frühpensionierung auf den Geschmack zu kommen.
Jahrelang hatte er mit sich, seiner Arbeit und der Konkurrenz gerungen, warum sollte er jetzt nicht weiter ringen? Eduard beschloss, mit dem Catchen zu beginnen. Er startete sein Wrestling-Training mit einem Immobilienmakler, der angeblich einmal Politiker gewesen sein soll. Peter „Haut’s de Oaschlecha ausse“ Wrestlerthaler, bekannt für seine Stoßstangentechnik, erwies sich jedoch als Dampfplauderer, also schrieb sich der Bäckermeister in einem Verein ein. Er trainierte und entwickelte Ehrgeiz, sodass er bald beschloss, bei einem Turnier anzutreten. Stolz nannte er sich „Catcher in the Rye“, Fänger im Roggen, um an seine Profession zu erinnern. Der Einfachheit halber begnügte er sich im Laufe der Zeit mit dem Namen „Roggen-Catcher“.
Die Amateure finishte er mit links. Mit seinem brotbraunen Wrestlinganzug, der sein Brusthaar formidabel zur Geltung brachte, avancierte er zum Publikumsliebling. Es schien, als hätte Eduard wahres Talent. Wie er früher Striezel flocht, formte er nun die Gliedmaßen seiner Gegner. Durch seine Kleinwüchsigkeit war er flink und kaum zu erwischen. Und wenn er sich einmal im Unterarmwürgegriff wiederfand und keine Chance mehr witterte, atmete er tief aus und blies seinem Gegner Mehlstaub in die Augen.
Je höher er in der Rangliste kam, desto anstrengender wurde es für Eduard. Storylines wurden erfunden, das Showprogramm wurde ausgebaut. Dies kam Eduard mit seinen Mehlauswürfen einerseits zugute, er bekam viel Applaus und Anerkennung – das alte Mütterchen, zum treuen Stammgast geworden, pflegte „Blos eam um, den Beidl“ zu schreien –, andererseits wollte er einfach nur des Ringens wegen ringen. Eduard haderte und dachte ans Aufgeben.
Eines Tages bekam er einen Anruf von einer Großbäckerei, die sein Geschäft kaufen wollte. Der Mann am Telefon bot ihm viel zu wenig, was Eduard zornig machte. Seine Contenance verlierend sagte Eduard: „Ich fordere Sie zum Duell! Wir catchen am Heumarkt, wie seinerzeit! Wenn ich gewinne, zahlen Sie das Doppelte, wenn Sie gewinnen, bekommen Sie meine Bäckerei gratis!“ Der Mann, der Mann hieß, war verdutzt und meldete sich länger nicht. „Gnä Herr, ist das nicht ein wenig unzeitgemäß? Wir san ja nicht beim Leutnant Gustl, nicht wahr?“ Eduard beharrte auf seinem Vorschlag und Mann überlegte. „Najo, irgendeinen kräftigen Lehrlingsbuben werden wir ja haben, den wir dort hinschicken können!“, dachte er sich und willigte ein.
Nun wurde eine offizielle Neuauflage des Heumarkt-Catchens nicht genehmigt, sodass Eduard mit einem Quadratmeter Sandplatz vorlieb nehmen musste, der über den Sommer am Areal des Wiener Eislaufvereines aufgeschüttet und gastronomisch verwertet wurde.
Das Ringen war keine klare Angelegenheit. Der Lehrling war kräftig und bis in die Haarstoppel motiviert und Eduard hatte lange nicht trainiert, weil seine Atmung immer schwächer wurde. Bis auf das alte Mütterchen war niemand gekommen, um Eduard anzufeuern. Sie machte ihren Job obligat gut („Prack erm ane, dem Fetzenschädl!“), doch Eduard konnte kaum mehr. Mit seinen letzten Kräften versuchte er, einen Hustenreiz zu generieren, was ihm tatsächlich gelang. Der Lehrling griff sich entsetzt an die Augen, ging zu Boden und Eduard wurde zum Sieger gekürt. Der Bäckermeister konnte nun sein Geschäft in gebührender Höhe verkaufen und beendete zugleich seine Karriere als Roggen-Catcher. Traurigerweise ging es wenige Monate später dem Ende zu, doch friedvoll schloss Eduard seine Augen und stieß den letzten mehligen Todesseufzer aus. Seine Gegner zittern heute noch und hauchen ehrfurchtsvoll: „Keine Macht den Roggen!“

Text: Mario Kopf

Ein Heft für Otto Wanz

3 Jun

In wenigen Tagen erscheint das neue BANANENBLATT! Wir haben den 70. Geburtstag (13.6.2013) des legendären Otto Wanz zum Anlass genommen, endlich einmal eine Ausgabe zu machen, in der es um die schönste Nebensache der Welt geht: Das Telefonbuchzerreißen.

Mit Beiträgen von Mario Kopf, Benedikt Kobel und Oliver Ottitsch – und auch Österreichs größter Rockstar (Austrofred) hat einen Beitrag beigesteuert.

Erhältlich ab 10. Juni im Shop der Komischen Künste – oder direkt bei uns bestellen.

Frühlingsgefühle im Anmarsch

22 Feb

Am 1. März erscheint unsere Frühlings-Ausgabe. Diesmal geht’s vor allem um Tschisi-Eislutscher und die von uns allen so geliebte Korruption.

Außerdem im Heft: Ein 5-seitiges Interview mit dem äußerst sympathischen Tex Rubinowitz, erste Infos über einen Sensationsfund in den Ötztaler Alpen und – weil Sex schließlich sells – ein nackter Kobold in voller Pracht.

Erhältlich ab März im Zeitschriftenhandel – oder jetzt gleich bei uns vorbestellen.